Frühe Asiatica und Chinoiserien am sächsischen Hof

Frühe Asiatica und Chinoiserien am sächsischen Hof

  • Projektträger Museum and Research Foundation
  • Forschungsprogramm Europa / Welt
  • Abgeschlossen

Frühe Asiatica und Chinoiserien am sächsischen Hof

Im Zuge der europäischen China-Begeisterung des 17. und 18. Jahrhunderts verschmolzen chinesi-sche, japanische, indische und pseudo-asiatische Elemente zu einem Idealkonstrukt des Fernöstlichen. Der sächsische Hof entwickelte sich zu einem Zentrum der Chinamode, hier wurde um 1700 eine der weltweit größten Sammlungen an Asiatica zusammengetragen. Ein besonders umfangreicher und bedeutender, aber bislang wenig erforschter Bestand befindet sich im Kupferstich-Kabinett der SKD: chinesische und chinoise Graphiken, die 1738 erstmals gemeinsam inventarisiert wurden. Dazu gehören unter anderem die wohl weltgrößte Sammlung an chinesischer populärer Kunst um 1700 und ein repräsentatives Spektrum chinoiser Vorlagenwerke. Dieser Komplex soll in einem kommentierten Bestandskatalog der Forschung und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nur an wenigen Orten weltweit haben sich asiatische Graphiken des 17. und 18. Jahrhunderts in solcher Geschlossenheit und in teils äußerst seltenen Exemplaren erhalten. Gerade die zahlreichen Werke, die sich in China nicht mehr finden, sind für die Kunstgeschichte von hohem Interesse. Ebenso wichtig sind die chinoisen Graphiken, die bei der Etablierung und Ausbreitung des chinoisen Stils eine zentrale Rolle spielten. Die europäischen Künstler und Kunsthandwerker schufen ein Repertoire klischeehafter, immer wieder reproduzierter, als typisch chinesisch erachteter Bildmotive. Doch auf welchen Quellen beruhte dieser Bildpool? Welche Rolle spielte die original asiatische Kunst, was wurde aus ihr herausgelöst, imitiert, verfremdet und in andere Kunstmedien übertragen?
Die nahezu einmalige Konstellation, dass sich graphische Vorlagen und die danach entstandenen chinoisen Objekte in den Sammlungen der SKD erhalten haben, ermöglicht eine detaillierte Untersuchung der Rezeption und des Umgangs eines europäischen Hofes mit außereuropäischer Kultur.

Ergebnisse und Ziele

Ziel ist die Publikation eines kommentierten Bestandskataloges der 1738 im Kupferstich-Kabinett vorhandenen asiatischen und chinoisen Graphiken.

Laufzeit

Januar 2014 - Dezember 2016

Projektleitung

PD Dr. Cordula Bischoff
E-Mail: cordula.bischoff@skd.museum

Projektmitarbeiter

Dr. Anita Xiaoming Wang, Tianjin Universität (Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung 2014-2017)
E-Mail: anitaxiaoming.wang@skd.museum

Zwischenergebnisse, Publikationen

  • Cordula Bischoff: Die ostasiatischen Werke in Augusts des Starken Kupferstich-Sammlung: das Inventar von 1738. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 36, 2010 (publ. 2012), S. 62-71



Einblicke

Partner

Tianjin Universität, Tianjin

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