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Die Dresdner Antiken – Paradigma des modernen Kunstwerks

Die Dresdner Antiken – Paradigma des modernen Kunstwerks

Projektträger: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Die Dresdner Antiken – Paradigma des modernen Kunstwerks. Die Antiken der Dresdner Sammlung als Objekte von Wahrnehmung, Diskurs und Praxis im Zeitraum von 1728 bis 1836

Kurzbeschreibung

Die moderne Vorstellung vom Kunstwerk entstand nicht innerhalb einer gegen die Wirklichkeit abgeschlossenen Selbstbewegung der Diskurse, sondern auch in der sinnlichen Auseinandersetzung mit konkreten materiellen Gebilden. Unter diesen nehmen die Dresdner Antiken eine besondere Rolle ein. Alle bedeutenden deutschen Theoretiker derjenigen Epoche, in welcher die Vorstellung vom modernen Kunstwerk entstand, verfügten über eine Erfahrung der Dresdner Antiken. Das moderne Konzept vom Kunstwerk entstand jedoch nicht nur als ein Nachdenken über diesen Gegenstand, sondern als eine soziale Praxis, in welcher Menschen in bestimmter Weise mit materiellen Gebilden interagierten, so dass Menschen wie Objekte einen Wandel erfuhren. Hier hat der Umgang mit den Dresdner Antiken historisch eine besondere Rolle gespielt. Die Absage an die Antike und die Antiken, wie sie 2010 im Katalog zum Dresdner Museum der Moderne formuliert wurde, ist eine Absage an die Vorstellung vom Kunstwerk als zeitlos gültiges Absolutes, wie sie die Moderne charakterisiert, zugunsten eines postmodernen historizistischen ästhetischen Relativismus. Die geplante historische Studie soll den Zusammenhang zwischen der bis zur Sakralisierung gehenden Hochschätzung der Dresdner Antiken und der Entstehung der modernen Vorstellung vom Kunstwerk darlegen, damit die ab 2017 wieder sichtbaren Dresdner Antiken nicht als nostalgische Reminiszenz an ein biedermeierliches Dresden, sondern als wichtige Komponente im Prozess der Moderne wahrgenommen werden und auf diese Weise ein neuer produktiver Umgang mit ihnen ermöglicht wird.

Laufzeit

Januar 2014 - Dezember 2017

Projektverantwortlich

Dr. Kordelia Knoll, kommissarische Direktorin der Skulpturensammlung

Projektmitarbeiter

Dr. Rene Sternke (Berlin)

Einblicke


  • Dresden, Japanisches Palais, Saal der Herkulanerinnen mit den Wandmalereien Gottfried Sempers von 1836, Fotografie; Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: H. Krone, um 1888

Weitere Projekte


Auf Initiative des Grünen Gewölbes und in Vorbereitung der zukünftigen Dauerausstellung „Weltsicht und Wissen um 1600“ im Georgenbau des Residenzschlosses werden die Geschichte der Dresdner Kunstkammer und ihre Bestände erforscht.

Abgeschlossen

Die umfangreiche Sammlung Theodor Bienert dokumentiert mit über 12.000 Objekten in 100 Mappen die Bauwerke, Orte und Landschaften der sächsischen Topographie vom ausgehenden 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert.