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„Jean-Pierre Latz. Fait à Paris“

„Jean-Pierre Latz. Fait à Paris“

Projektträger: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ein Forschungs- und Restaurierungsprojekt des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Rahmen der ersten weltweiten Sonderausstellung zu Latz 2020

Kurzbeschreibung

Das Kunstgewerbemuseum (KGM) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) besitzt die weltweit größte und wichtigste Sammlung an Möbeln des berühmten Pariser Kunsttischlers Jean-Pierre Latz (1691-1754). Der Bestand umfasst 30 Einzelobjekte bzw. 20 Ensembles.

Latz, der als einer der wichtigsten Ébénisten des Stils Louis XV gilt, schuf Möbel, die sich durch hochwertige Einlegearbeiten (Marketerien) sowie stark plastische Bronzen aus feuervergoldetem Messing auszeichnen. Sie zählen zu den Spitzenstücken, die die Pariser Kunsttischlerei Mitte des 18. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Bereits im 18. Jahrhundert haben sie hohe Anerkennung: Neben August III. von Polen (Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen, 1696-1763) und seinem Premierminister Heinrich Graf von Brühl (1700- 1763) erwarb ausgerechnet auch ihr größter politischer Kontrahent Friedrich der Große (1712-1786) ein beachtliches Konvolut seiner Möbel. Weiterhin konnte in Parma ein großer Bestand nachgewiesen werden, der vermutlich von der Tochter Ludwigs XV Marie Louise Élisabeth de Bourbon gekauft worden ist.

Neben dem Kunstgewerbemuseum Dresden, der Stiftung Preußischen Schlösser und dem Palazzo Quirinale in Rom [Möbel aus Parma] befinden sich Möbel des Jean-Pierre Latz heute in so renommierten Sammlungen, wie dem Getty Museum (Los Angeles), dem Chicago Art Institute, dem Cleveland Museum of Art, der Wallace Collection (London), dem Royal Collection Trust (Großbritannien) sowie der Collection Calouste Gulbenkian (Lissabon).

Die Dresdner Latz-Möbel können anhand der 1768 erstellten Inventare des Dresdner Residenzschlosses und des Schlosses Moritzburg lückenlos bis zu ihrem Eingang in das Inventar des Kunstgewerbemuseums nachgewiesen werden. Neben dieser ungebrochenen Provenienz zeichnet sich der Bestand zudem durch kaum überarbeitete, authentische Zustände aus.

Trotz seiner herausragenden Bedeutung ist das Konvolut an Latz-Möbeln des Kunstgewerbemuseums aufgrund der stark gefährdeten, geschädigten und fragmentarischen Zustände seit mehr als 75 Jahren kaum zugänglich und daher nur wenigen Experten bekannt. Im Rahmen des mehrstufigen Projektes „Jean-Pierre Latz. Fait à Paris“ soll sich dies nun grundlegend ändern: Durch die Restaurierung nach modernsten Standards und das anschließende Ausstellungsprojekt sowie durch die umfassende, gemeinsam von Kunsthistorikern, Restauratoren und Naturwissenschaftlern durchgeführte wissenschaftliche Erforschung soll der Dresdner Bestand an Latz-Möbeln in das Licht der Öffentlichkeit zurückgeholt und angemessen gewürdigt werden. Das Projekt wird gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Rudolf-August Oetker-Stiftung, den Freundeskreis Kunstgewerbemuseum Dresden e.V. sowie privaten Sponsoren.

Wichtig sind dafür auch der internationale Austausch und die Zusammenarbeit mit führenden Experten auf diesem Gebiet der Möbelforschung. Startschuss dafür bildete ein durch die VolkswagenStiftung geförderter internationaler Workshop mit Teilnehmern unter anderem aus dem Musée du Louvre (Paris), dem Rijksmuseum (Amsterdam), der Wallace Collection (London), dem Getty Museum (Los Angeles), dem Cleveland Museum of Art sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Einen ersten Überblick bietet die Broschüre „Jean-Pierre Latz (1691-1754). Research and Exhibition Project of the Museum of Decorative Arts Dresden.

Laufzeit

Januar 2011 - Dezember 2020

Projektmitarbeiter der SKD

Christiane Ernek-van der Goes, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Clara von Engelhardt, Leiterin der Restaurierungswerkstatt des Kunstgewerbemuseums

Projektverantwortlicher

Tulga Beyerle, Direktorin Kunstgewerbemuseum

 

 

Einblicke


  • Sockel der Pendule aux biches in contre-partie [vorn] und première partie nebeneinander © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Pendule auf hohem Piedestal, Gehäuse und Piedestal: Jean-Pierre Latz (signiert); Uhrwerk: Gault à Paris, Paris, 1739 Inv.Nr. 37680-1 + 37627-2 © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Cartonnier  Korpus: Jean-Pierre Latz, zugeschrieben  Uhrwerk: originales Uhrwerk + Zifferblatt verloren Inv.Nr. 37655
  • Pendule auf hohem Sockel Model der sogenannten „Pendule aux biches“ Gehäuse: Jean-Pierre Latz, zugeschrieben  Uhrwerk: Etienne LeNoir à Paris Inv.Nr. 37336-1 + 37336-2 © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Pendule  Gehäuse: Jean-Pierre Latz  Uhrwerk: Gault à Paris Paris, 1739, Inv.Nr. 37680-1 © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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