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Das Dresdner Damaskuszimmer

Das Dresdner Damaskuszimmer

Projektträger: Museum and Research Foundation
Forschungsprogramm: Europa / Welt

Das Dresdner Damaskuszimmer: Geschichte und Präsenz eines Raumes zwischen Orient und Okzident

Kurzbeschreibung

Das Dresdner Damaskuszimmer besteht aus einer reich verzierten Holzvertäfelung, die einst die Decke und Wände eines Empfangsraums für Gäste in einem vornehmen Wohnhaus in Damaskus schmückte. Die gesamte Oberfläche der 1810 datierten und aus Pappelholz hergestellten Paneele und Wandschranktüren ist mit reliefartigen Pastiglia-Mustern aufwändig dekoriert, mit Blattgold, Schlagmetall oder Zinnfolie belegt und farbenfroh mit Blumenvasen, Fruchtschalen und Landschaftsvignetten bemalt. Die prächtige Wand- und Deckenvertäfelung ist in der Erhaltung seiner Bemalung eine weltweite Seltenheit. Durch den Verkauf nach Deutschland und die hiesige jahrzehntelange Depotlagerung ist es den üblichen Übermalungen und Renovierungen weitgehend entgangen. Zudem handelt es sich um eines der wenigen Interieurs, bei dem der ursprüngliche Zusammenhang der Teile erhalten blieb und nicht für den westlichen Kunstmarkt kreiert wurde. Der Gründer des Folkwang Museums in Hagen/Westfalen, Karl Ernst Osthaus, hatte es 1899 nach einer Syrienreise gekauft. Zum Aufbau des Zimmers kam es allerdings nicht, da Osthaus offenbar die Raummaße unterschätzt hatte. Das Damaskuszimmer blieb verpackt, auch nach dem Transfer in das Völkerkundemuseum in Dresden, wohin es 1930 als Schenkung gelangte. Es überdauerte so den Krieg und rückte erst 1997 wieder in den Fokus.

Ergebnisse und Ziele

Ziel ist die behutsame Restaurierung des Dresdner Damaskuszimmers. Seit dem Verkauf nach Deutschland 1899 war die Vertäfelung in ihre Einzelteile zerlegt. Die kostbaren Oberflächenverzierungen waren abgängig vom Holz und in ihrem Bestand gefährdet sowie mit späteren Überzügen, Schmutz und Schimmel bedeckt. Nach der Festigung der gelockerten Pastiglia-Ornamente, Zinnfolieauflagen und Farbschichten werden die von der Restaurierung 1899 stammenden spannungsreichen Leim- und Firnisschichten abgenommen, um die originale Bemalung nicht weiter zu beschädigen und um die ursprüngliche Farbenpracht wieder sichtbar zu machen. Durch die Konservierung und Restaurierung wird das Damaskuszimmer eines der wenigen syrisch-osmanischen Zimmer dieser Art weltweit sein, die in ihrer originalen Farbigkeit und Raumwirkung noch erlebbar sind. Die restauratorische Bearbeitung wird von einem Team aus deutschen und syrischen Restauratorinnen durchgeführt. Der wechselseitige Wissenstransfer und die Nutzung und Intensivierung internationaler Netzwerke tragen entscheidend zur Bewahrung dieses historischen Kulturerbes bei.

Laufzeit

Januar 2014 - Oktober 2017

Weitere Projektmitarbeiter

Evelyn Gärtner

Karoline Friedrich

Layal Jazi

Samah Shtay

 

Weitere Informationen

Dissertation von Anke Scharrahs: „Polychrome Ausstattungen von Wohnräumen in syrischen Stadthäusern des 17. bis 19. Jahrhunderts. Zu Kunsttechnik und Erhaltungsfragen von ʿaǧamī-Interieurs


Zur Ausstellung im Japanischen Palais


Blog der Summerschool 2013 zum Damaskuszimmer der School of Architecture, Art & Design, American University in Dubai / Professur für Mediengestaltung, TU Dresden / Zentrum für Technisches Design, TU Dresden / Junior Professur Wissensarchitektur, TU Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

25-minütiger Dokumentarfilm von Gabriela Purri R. Gomes über das Damaskuszimmer, der im Rahmen der Summerschool 2013 entstanden ist

Artikel in Kunstblätter Europa/Welt

SKD Blogbeiträge

Einblicke


  • Das Dresdner Damaskuszimmer, Foto: Thomas Kretschel, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Restauratorin Karoline Friedrich bei der Abnahme von Übermalungen von einer Wandschranktür, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Wandvertäfelungselement nach der Restaurierung, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Schrifttafel mit einem Gedichtvers in arabischer Kalligrafie, Zustand nach der Restaurierung , Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Wandvertäfelungselement nach der Restaurierung, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Detail Wandvertäfelungselement, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Detail Panel, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Deckenpaneel während der Restaurierung, links mit Farbschichtlockerungen, verschwärzten Überzügen sowie Schmutz- und Schimmelablagerungen, rechts nach der Festigung, Oberflächenreinigung und Retusche, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Detail Ornamente, Foto: Anke Scharrahs, © Museum für Völkerkunde Dresden, SES Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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