Zurück
Mikrostrukturen des globalen Handels. Das ostasiatische Porzellan der Sammlung August des Starken

Mikrostrukturen des globalen Handels. Das ostasiatische Porzellan der Sammlung August des Starken

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Abgeschlossen

Mikrostrukturen des globalen Handels. Das ostasiatische Porzellan der Sammlung August des Starken im Kontext der Museumsinventare des 18. Jahrhunderts

Kurzbeschreibung

Im Verlauf von nur 200 Jahren gelangten zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert mehrere Millionen Stücke ostasiatischen Porzellans nach Europa. Das chinesische und japanische Exportporzellan beeinflusste nicht nur die zeitgenössische Kultur in Europa nachhaltig, sondern kann auch aufgrund seiner globalen Verbreitung als Welthandelsgut bezeichnet werden. Die Porzellansammlung Dresden verfügt mit der Königlichen Sammlung August des Starken über einen herausragenden, in sich geschlossenen Bestand ostasiatischen Porzellans, der einen tiefen Einblick in den globalen Handel zu Beginn des 18. Jahrhunderts ermöglicht.

Die Makrostrukturen dieses Warenverkehrs sowie die Bedeutung der Handelskompanien sind bereits der Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen. Die Forschungen basierten dabei entweder auf dem Korpus der noch existierenden Objekte oder auf den schriftlichen Quellen, um Rückschlüsse über den Umfang und Einfluss des Imports zu erlangen. Ausgehend von den historischen Inventaren der Königlichen Sammlung August des Starken, die im 18. Jahrhundert angelegt wurden, bietet dieses Projekt nun erstmals die Möglichkeit einer Analyse des ostasiatischen Porzellanhandels in einer einzigartigen Übereinstimmung von Objekt und schriftlicher Dokumentation.

Die Identifikation des einzelnen Stückes anhand der in den Boden eingeritzten historischen Inventarnummer und dem dazugehörigen Eintrag im komplett erhaltenen Sammlungsverzeichnis ermöglicht in der Kombination mit den Zugangslisten die Rekonstruktion der Erwerbungsgeschichte. Die in den erhaltenen Dokumenten namentlich genannten Händler, Angaben zu Erwerbungsdaten und Anzahl der angekauften Porzellane bieten eine fundierte empirische Basis, um Aussagen über den Umfang und die Bedeutung des privaten Handels mit ostasiatischem Porzellan zu erlangen. Anhand der Fokussierung auf die Mikrostrukturen eines globalen Handelsnetzwerkes, das in der Forschung bisher wenig Beachtung gefunden hat, kann dieses Arbeitsvorhaben einen Beitrag zu tiefergehenden Fragestellungen der Interaktion zwischen Ostasien und Europa leisten.

 

Projektleitung: Dr. Julia Weber

 

Mitarbeiterin: Ruth Sonja Simonis

 

 

Laufzeit

August 2016 - Juli 2019

Projektmitarbeiter der SKD

Ruth Sonja Simonis, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Ergebnisse und Ziele

Erschienen ist eine Publikation in englischer Sprache, die die Erwerbungsgeschichte des Porzellans durch August den Starken in den Jahren 1716-1718 erstmals ausführlich dokumentiert. Darüber hinaus wurden die im Rahmen des Projektes gewonnenen objektbezogenen Forschungsergebnisse in der Museumsdatenbank Daphne der SKD erfasst.

Vorträge

„Und was hat das mal gekostet? – Erwerbungswege des ostasiatischen Porzellans“; Kunstgespräche, Porzellansammlung Dresden, Oktober/Dezember 2017.

The Japanese Palace in Dresden as a Place of Collecting and Presenting Asiatica under Augustus the Strong (1670-1733), Workshop Cityscapes: Representations of the Urban in East Asian Art, Freie Universität Berlin & Zhejiang University, Museum für Asiatische Kunst Berlin, 26.-28. April 2018.

The King’s Personal Shopper: Count Lagnasco’s Porcelain Acquisitions in the Netherlands for Augustus the Strong, 1716/17, Konferenz Porcelain Circling the Globe. International Trading Structures and the East Asia Collection of Augustus the Strong (1670-1733), Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 13.-14. Juni 2018.

The Amsterdam-Dresden Connection: Trading Networks and Acquisition Systems of Count Lagnasco’s Porcelain Purchases for Augustus the Strong, 1716-1718, Arbeitstreffen Onlinekatalog der Ostasiatischen Porzellane der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Berlin, 29.-31. Oktober 2018.

The Amsterdam-Dresden Porcelain Trade: Count Lagnasco’s Purchases for Augustus the Strong, 1716/17, Workshop Reframing Chinese Objects. Collecting and Displaying in Europe and the Islamic World, ca. 1400-1800. Institut für Kunstgeschichte Ostasiens, Universität Heidelberg, 7.-8. Dezember 2018.

Augustus the Strong (1670-1733) – A King’s Passion for Porcelain. Brian Haughton International Seminar, London, 29.-30. Juni 2019.

Publikationen

Simonis, Ruth Sonja. „How to furnish a Palace. Porcelain Acquisitions in the Netherlands for Augustus the Strong, 1716–1718.“ Journal for Art Market Studies, vol. 2, no. 3, 2018, 1-15.

Simonis, Ruth Sonja und Jan Hüsgen. „The Amsterdam-Dresden Porcelain Trade: Count Lagnasco’s Purchases for Augustus the Strong, 1716-1717.“ American Ceramic Circle Journal XX, Frühjahr/Sommer 2019, 83-97.

Simonis, Ruth Sonja. Microstructures of Global Trade. Porcelain Acquisitions through Private Networks for Augustus the Strong. Heidelberg: arthistoricum.net, 2020.

Konferenzen

Internationale Konferenz Porcelain circling the Globe. International trading structures and the East Asia Collection of Augustus the Strong (1670-1733); Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 13.-14. Juni 2018.

Partner


Deutsche Forschungsgemeinschaft

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Weitere Projekte


Die jüngere Geschichte der SKD als einer der größten europäischen Museumsverbünde, geprägt von Brüchen und Kontinuitäten, wurde erforscht und dargestellt.

Abgeschlossen

Umfangreiche Materialuntersuchungen von Objekten aus China und Japan unterstützen die Alters- und Echtheitsbestimmung.

Forschungsprogramm: Europa / Welt

Abgeschlossen